Kapitel 2: FREUNDE in Bayern


Kapitel 2 : Bayern

Die Zusammenarbeit der Aktion Jugendschutz mit der AOK Bayern wird von unserer Fachreferentin Olivia Rinz koordiniert.

Sie erreichen Frau Rinz 
unter rinz@aj-bayern.de oder
                  mittwochs und donnerstagsunter 089/121573-35.


Was gibt es Neues bei FREUNDE - Bayern

Die Zeiten sind herausfordernder denn je. Nach vielen Monaten Ausnahmezustand haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt, Ängste ausgetragen, das Umgehen damit gelernt, neue Wege gefunden und auch Rückschläge erlebt ‒ aber auch Chancen entdeckt. In jedem Fall hat sich die tägliche pädagogische Arbeit verändert mit all den Auflagen und Unsicherheiten, die tiefe Einschnitte in viele pädagogische Konzepte hinterlassen. FREUNDE möchte Sie auch weiterhin in Ihren Themen unterstützen.


FREUNDE Online Seminare über Zoom

Um das FREUNDE-Netzwerk von Trainern und Trainerinnen in der Anwendung von Zoom fit zu machen, gab es in der 3. KW gleich zwei Trainingseinheiten mit Jan Heilig und Olivia Rinz. 48 Teilnehmer wurden geschult, damit alle online selber als Trainer mit den Kitas mit Videoconferencing arbeiten können. Wir hoffen, dass „FREUNDE#online“ damit mutig vorangetrieben wird und neben den tollen Präsenzveranstaltungen auch online einiges vorangeht. Gerade für Eltern ist es wichtig wieder gemeinsam ins Gespräch zu kommen. So hoffen wir, dass viele Elternabende und begleitende Zirkeltreffen möglich gemacht werden können. Auch Basisseminare können so angefangen oder abgeschlossen werden.
Ich bin hoffnungsvoll, dass 2021 ein Jahr vieler Möglichkeiten wird und FREUNDE gerade in dieser Zeit auch Zeichen setzen kann. Herzliche Grüße aus München, Olivia Rinz, (Programmkoordination Bayern)


Das FREUNDE Siegel - unser äußeres Kennzeichen für Lebenskompetenzförderung

Exklusiv und nur für FREUNDE-Kitas haben wir dieses tolle Siegel für die Kita-Homepages entwickelt, damit Kindertageseinrichtungen auch nach außen sichtbar ein Zeichen für Prävention setzen können! Als gemeinsames Zeichen verbindet es alle FREUNDE-Kitas im bayerischen Netzwerk. Voraussetzung ist mindestens ein abgeschlossenes Basisseminar. Wenn Sie diesen Button für die eigene Homepage haben wollen und schon mindestens ein Basisseminar abgeschlossen haben, schreiben Sie mir bitte einfach direkt   (rinz@aj-bayern.de


Wie sieht nun unser Halbjahresprogramm für 2021 digital aus?

FREUNDE Bayern entwickelt derzeit 2-tägige Online-Angebote. Dank der Förderung der AOK können wir diese Angebote auch weiterhin kostenfrei für die Kitas zur Verfügung stellen. Für das erste Halbjahr 2021 bieten wir 6 spannende Seminare an. Vertiefende Themen dabei sind die Gefühle WUT und ANGST, sowie das Thema SELBSTFÜRSORGE und SUCHT IN FAMILIEN. Die Seminare stehen allen FREUNDE-Kitas in Bayern offen.


Angebotene Seminare im 1. Halbjahr


Weitere Details zu den Seminaren siehe:
www.kitaprogramm-freunde.de
FREUNDE Online Angebote:
https://bayern.jugendschutz.de/de/Veranstaltungen/

Das erste Seminar wurde pünktlich am 4.2. und 11.2. durchgeführt.
Anbei ein Foto aus dem  1. ZOOM Meeting.


Wir wurden ausgezeichnet!
Ein Bericht unserer Trainerin Judith Fischer aus Legnau

Seit dem Jahre 20018 / 19 werden wir von Judith Fischer (FREUNDE-Trainerin) geschult und sind mit großem Eifer dabei. Im Zuge dessen haben wir in unserem Haus einiges umgestellt und verschiedene Neuerungen eingeführt: Wir nutzten im Alltag jeden Tag die Gefühle-Karten des „FREUNDE-Projekts“. Hier wurden 18 Gefühle z.B. Wut, Freude, Trauer, Langeweile usw. 


von Helme Heine mit den Freunden Waldemar das Schwein, Franz von Hahn und Johnny Mauser illustriert.

Zudem gibt es einmal pro Woche unseren Gefühlekreis, in dem die Kinder die Gefühlekarten kennenlernen, erzählen dürfen und einzelne Gefühle genauer betrachtet werden. Auch haben wir in jedem Raum griffbereit ein „Streitsäckchen“, in dem für die Kinder mit Karten bildhaft der Klärprozess eines Streites aufgezeichnet ist. Ein wichtiger Aspekt des „FREUNDE-Projekts“ ist das Mitspracherecht der Kinder.


Die Kinder äußern hier Wünsche für die Brotzeit bis zur Entscheidung über die  Weihnachtsgeschenke für die Eltern. Viele kleine und große Dinge des Alltags werden hier besprochen. Ein letzter wichtiger Punkt sind die „Inseln der Ruhe“, die jedes Kind braucht, um immer wieder Kraft zu tanken und sich zu sortieren. Wir haben diese noch einmal bewusst in unseren Alltag integriert (Foto v.links:Kiga Leiterin Frau Johanna Briechle u. Frau Judith Fischer)und daraufhin noch mehr kleinere und größere Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder geschaffen, wie z.B. die Hängehöhle im Gang. Wir sind sehr glücklich an dieser Schulung teilgenommen zu haben, und leben in unserem Haus mit „FREUNDE“ voll und ganz. Wir sehen viele tolle Fortschritte bei den Kindern bei der besseren Konfliktlösung und im Umgang miteinander und erhalten viel positive Rückmeldung von den Eltern. Ganz besonders freut uns nun, dass wir von der Stiftung FREUNDE als „FREUNDE-Einrichtung“ ausgezeichnet wurden. Das ist eine große Ehre!, Sobald es wieder möglich ist, möchten wir gerne ein großes FREUNDE-Sommerfest veranstalten. Bis dahin auf jeden Fall vielen herzlichen Dank für diese große Ehre   Judith   Kath. Kindergarten Maria Stern


Freunde sind kostbar, weil man sie nicht kaufen kann (Helme Heine)
Pressemitteilung : Mainpost-Würzburg-art 10521683
Ein Bericht von Petra Striffler – Leiterin des KiGa St. Thekla in Ochsenfurt


Die Stiftung "Freunde" – durch eine Initiative der Rotary Clubs entstanden – setzt sich seit mehr als 15 Jahren erfolgreich dafür ein, ein flächendeckendes Präventionsmodell für Kindertageseinrichtungen anzubieten. 


In Bayern wird das Programm seit Juli 2017 in Kooperation mit der AOK Bayern durchgeführt. Als weitere Unterstützer stehen auch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hinter(Foto vorne von links: FREUNDE Trainerin Nicolette Schumann, Petra Stroffler (Leiterin), Yvonne Kreißl, Marta Grünn, Martina Uhl) "Freunde". www.aok.de/bayern/kitafreunde
Bereits im frühkindlichen Bereich können Kinder zum Beispiel durch die Steigerung des Selbstbe-wusstseins, der Frustrationstoleranz, der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, der sozialen Kontaktfähigkeit und des Umgangs mit Gefühlen nachweislich vor Sucht- und Gewaltentwicklung geschützt werden.

Die Ausbildung von Resilienz (Widerstandsfähigkeit) ermöglicht ihnen, erfolgreich mit belastenden Lebenssituationen umzugehen und sich trotz widriger Umstände „nicht unterkriegen zu lassen“.
In einer Basisschulung über mehrere Einheiten erarbeitete das Kindergartenteam St. Thekla aus Ochsenfurt mit der "Freunde"-Trainerin, Nicoletta Schumann, folgende Themen: Mit viel Gefühl, Kinder reden mit (Partizipation), ein Platz zum Streiten, Selber-mach-Tag und Inseln der Ruhe.
Im nächsten Schritt werden nun die Kinder die „Freunde-Plüschtiere Franz von Hahn, den dicken Waldemar und Johnny Mauser“ sowie die liebevoll gestalteten Gefühlekarten, kreiert vom bekannten Kinderbuchautor, Helme Heine, kennenlernen. Sie erleichtern ihnen die Identifizierung und ermöglichen eine spielerische Auseinandersetzung mit den Themenbereichen.


Birgit Geier, FREUNDE Trainerin aus Landsberg und Garmisch Partenkirchen,

schrieb uns: Leider hat mich Corona in meiner Freunde Arbeit etwas ausgebremst und der für Ende März geplante Kurs fiel aus. Auch hat die AOK beschlossen, für den Rest des Jahres 2020 und so lange das Pandemiegeschehen anhält ihre Räumlichkeiten nicht für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat Frau Rinz zwei Online Schulungen angeboten, sodass wir nun auch virtuell aktiv werden können.


Ein Situationsbericht von unserem FREUNDE Trainer Siegfried Urbas aus Cham

„Die Wirtschaft erhielt Prothesen und Orthesen (u.a. Stützapparate), die „soziale Arbeit“, die schon länger am Stock ging, nicht mal eine neue Krücke.“

Ja, interessant war die letzte Zeit oder besser gesagt das vergangene Jahr schon und es gab viele Anregungen zum Denken - leider oft genug in die falsche Richtung! Im „Normalfall“ gäbe es daraus aber auch viele Anregungen. Doch dazu bleibt leider nur zu sagen:  Das „bißl“, das bekanntlich „immer geht“, ist diesmal leider viel zu wenig!

Ja, „wir haben ein denkwürdiges Jahr hinter uns mit neuen Erfahrungen im Umgang mit Risiken, mit neuen Arbeitstechniken und mit einem langsamen Herantasten an neue Formen des sozialen Lebens mit größerem körperlichen Abstand … "social distancing". Was für eine Fehlbotschaft wurde uns da im Frühjahr vermittelt. Der Mensch als soziales Wesen braucht in so einer Krisensituation nichts mehr als soziale Nähe und Unterstützung …“. (Dr. H. Fleischmann, DHS-Vorsitzender)

Leider erging es vielen Kolleginnen und Kollegen im ÖGD wie mir. Es wurde schmerzlich vor Augen geführt, dass sich „Soziale Arbeit“ vielen vermeintlich wichtigen und oftmals nicht ganz uneigennützigen „Worten und Werken“ unterordnen musste – und damit meine ich nicht die wichtigen und richtigen Einschränkungen bei den Persönlichkeitsrechten.

Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention, beides war im Bildungs- und Arbeitssektor schon immer mit der schwierig zu vermittelnden Notwendigkeit behaftet. Doch im vergangenen Jahr war noch weniger Raum dafür.

Einfacher erzählt, ich habe dieses Jahr bei mir im Amt mehr Arbeiten erledigen dürfen, die nicht so ganz meinem ursprünglichen Tätigkeitsfeld entstammen. Bei der Suchtprävention, also auch bei FREUNDE, hatte ich nahezu keine Einsätze – die „Jugend Film Tage Cham“ und vier weitere Schulbesuche konnten noch durchgeführt werden.

Die rare Zeit nutzte und nutze ich unter anderen, um meine FREUNDE-Basisseminare und Aufbauseminare neu zu strukturieren bzw. zu optimieren. Der neue Lehrfilm für den „Platz zum Streiten“, genauso wie der neukonzipierte Themenschwerpunkt „Kommunikation“, sind hervorragend dafür einzusetzen. So gut, dass ich richtig Lust verspüre bei den KiTas, die bei mir Ende 2020 anfragten, sofort loszulegen.

Die kleinen, „dem Leben nahestehenden“, organischen Strukturen, die derzeit unser Leben, die Medien und die Öffentlichkeit bestimmen, werden noch länger recht dominant bleiben - ähnlich vielleicht der Influenza, aber beherrschen sollten wir uns von dieser „Zellansammlung“ nicht lassen.

Mit freundlichen Grüßen              FREUNDE Trainer   Siegfried Urbas   LRA Cham, Gesundheitsamt


Ein Bericht von der Leiterin des KiGa Fronleichnam in München Frau Mönner

Wir haben coronabedingt einerseits viele Dinge neu zu organisieren. Diese Woche nutzen wir die Zeit für eine weitere Fortbildung zum Thema „Gender“. Dann aber nach Fasching kommt ein größerer Baustein, nämlich eine 6-wöchige Phase zum Thema „spielzeugfreie Zeit“. Dies bedeutet, dass wir viel umbauen und umorganisieren müssen. Wir freuen uns drauf, dass wir das gut in unseren Alltag integrieren können.

Wir versuchen zur Zeit, den Kontakt zu den Kindern zu halten, die zu Hause sind: durch Video-telefonie, online Vorschule, Telefongespräche mit den Eltern, Geburtstagskarten usw.. Parallel dazu haben wir ja noch die Kinder vor Ort. Wir spüren natürlich, dass die Zeit nicht spurlos an den Kindern vorübergeht, aber ich denke schon, dass das FREUNDE Programm hier eine gute Unterstützung darstellt und damit meine ich die Basis, die man mit FREUNDE geschaffen hat: Gefühle und Bedürfnisse, die die Kinder kennen und (gegenüber uns oder den anderen Kindern) nennen können, eine gute Streitkultur, denn die Emotionen der Kinder sind zum Teil sehr explosiv.


Das FREUNDE-Telegramm aus Augsburg  --
Ein Bericht von Freundin Barbara Jekeli vom RC Augsburg

Aktuell sind eigentlich zwei Trainerinnen aktiv. Tatsächlich konnten beide während der Corona-Pandemie keine Schulungen halten. Der letzte Kurs fand im Februar 2020 statt, der nächste ist im Frühsommer geplant, ggf. als Freiluft-Veranstaltung.
Ein Aspekt: Unsere Trainerinnen sind während der Krise in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit besonders herausgefordert; zusätzliche Termine und die intensive Befassung mit neuen Formaten (Online-Schulung) sind nicht möglich.
Ein weiterer Aspekt: Kindertageseinrichtungen waren in den letzten zwölf Monaten ihrerseits mit der Bewältigung des Alltags sehr beansprucht. Die Planung einer Schulung schien schwer, die Durchführung mit einem ganzen Team ganz und gar unmöglich.
Vermutung: Der Bedarf an FREUNDE-Schulungen wird nach der Pandemie in dem Maß noch einmal gestiegen sein, wie die psychosoziale Entwicklung von (Klein-) Kindern in den Monaten von Lockdown und erhöhtem Stress in den Familien belastet war.
Hoffnung: Dass die Träger und Leitungen von Kindertageseinrichtungen dann ausreichend Mut und Personalressourcen aufbringen, um allem Druck – i.S. von: „endlich normaler Alltag“! - zum Trotz Teamschulungen zu buchen!
Neue Idee: Kurse im letzten Ausbildungsjahr von Erzieher*innen an der Fachakademie! Leider scheiterte das konkrete Engagement einer Trainerin bislang an der Finanzierung. Riesiger Vorteil aber wäre: Eine große Gruppe von Berufsanfänger*innen trägt die Idee von FREUNDE-Kursen in die erste Arbeitsstelle nach der Ausbildung. Was für eine wunderbare Chance zur Multiplikation!